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Charles O. Job

Zu Müll kann man auch Wert- oder Werkstoff sagen.

Charles O. Job ist Architekt, Designer und Professor für Entwurfstheorie an der Berner Fachhochschule BFH. Dort entwickelt er im Rahmen eines Forschungsprojektes Baustoffe und Designobjekte aus Abfall.

Das Forschungsprojekt der BFH entstand aus der Idee, in Nigeria erschwingliche Wohnungen zu bauen. Ziel war es, auf Grundlage der lokal verfügbaren Ressourcen wie Maiskolben, Reishülsen und Erdnussschalen, neue Baustoffe zu entwickeln. Durch die Verwendung landwirtschaftlicher Reststoffe geht die Einfuhr anderer Baumaterialien zurück, aber auch die CO2 Emissionen sinken, da die Abfälle nicht auf den Feldern verbrannt werden. Das Projekt gewann 2011 den Holcim Award for Sustainable Construction.

Was man aus Materialien wie Weizen- und Gerstenspreu, Spreufasern oder Maisstroh alles machen kann, zeigen die Prototypen der Beistelltische aus Verbundplatten aus landwirtschaftlichen Reststoffen. Charles Job präsentierte sie kürzlich anlässlich der Designmesse Neue Räume 13 in Zürich. Die Tische sind einfache, ineinander verwobene Formen. Jeder Tisch wird aus unterschiedlich recyclierten Bauplatten hergestellt. Die Teile sind mit einfachen Magneten zusammengehalten, um Produktion, Transport und Aufbau zu vereinfachen. Wir haben Charles O. Job auf den ERZ Recyclinghof Zürich entführt und sprachen mit ihm über seine afrikanische Heimat, Spielzeug und natürlich über Haltung.


Herzlichen Dank an ERZ Entsorgung + Recycling Zürich und Mirko Beetschen.